Das Masala – so gelingen indische Speisen immer | wurschtelei.com
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Frisches Masala – der Grundgeschmack für sämtliche indische Rezepte

Indisches Masala, das ist der „Grundstein“ für die meisten indischen Speisen und wird bei uns in der westlichen Welt hoch geschätzt. Hier vereinen sich die verschiedensten exotischen Gewürze miteinander.
Doch beim Masala handelt es sich ist nicht um genau DIE EINE ultimative Gewürzmischung. Es gibt lokale Unterschiede in den einzelnen Regionen Indiens und es gibt starke Unterschiede zwischen Südindien und Nordindien. Südindische Rezepte werden bspw. oft mit schwarzen Senfkörnern, Kokosmilch und schwarzen Pfeffer zubereitet, was in Nordindien eher untypisch ist. Des Weiteren werden in Südindien Linsen, Reis und Dosa zum Curry serviert, während das typische Naan Brot eher aus Nordindien stammt.

Wir können in Europa vor allem das beliebte Gericht Chicken Tikka Masala, welches aber gar nicht traditionell indisch ist. Es handelt sich hierbei um ein englisches Gericht. Es ist eine Mischung aus dem indischen Chicken Tikka (mariniertes indisches Hähnchen Gericht) und einer Masala Soße, die für die Engländer dazu gegeben wurde. Heute wird es weitestgehend als englisches Nationalgericht angesehen.

Des Weiteren gibt es auch kein Gewürz namens Curry Pulver. Das wurde wahrscheinlich auch eher von den Engländern entwickelt, weil sie nicht wussten, wie man indische Masala-Gerichte allgemein bezeichnen sollte. Heute sagen aber auch viele Inder zu ihren eigenen Gerichten Curry (wie Shrimp Curry, Paneer Curry oder Dal Curry usw.), damit wir Nicht-Inder das besser verstehen. 😉

Die indische Küche ist, wie es scheint, nicht nur die Beste sondern auch eine Wissenschaft für sich! 😉
Muss es aber nicht. In diesem Beitrag möchte ich dir mein persönliches Rezept für ein Masala vorstellen, welches den optimalen Grundgeschmack bietet und du für sämtliche indische Speisen verwenden kannst – sei es vegan, vegetarisch oder mit Fleisch oder Fisch. Je nach Gericht, kann es dann beliebig angepasst werden.

Passenderweise hat Reise Clever eine Blogparade zum Thema Das beste Essen der Welt gestartet, an der ich mich mit diesem Beitrag gerne anschließen möchte.

Mein Masala – wie es dazu kam

Masala: Jeder Nicht-Inder probiert sich darin und keiner weiß so richtig, wie genau und was. Auch ich nicht, um ehrlich zu sein. Was ich aber weiß ist, dass ich mein eigenes perfektes Masala gefunden habe, mit dem ich alle möglichen indischen Speisen zubereite. Hierbei handelt es sich nicht um eine fertige Gewürzmischung (wie dem Garam Masala), die es mittlerweile überall zu kaufen gibt. Ich entscheide gerne selbst, was und wie viel rein darf. 😉
Das Masala wird für jedes Gericht, nach (fast) immer dem gleichen Schema frisch zubereitet.
Die meisten Gerichte, die ich damit koche, sind vegan, ohne dass dies geplant ist. Für mich braucht die indische Küche kein Fleisch. Es gibt so viele Varianten und der Zubereitung von Gemüse, die mir vorher gar nicht so bekannt waren. Das muss für dich nicht genauso gelten. Wenn du Fleisch magst, passt das Masala ebenfalls. 😉

Doch wie kam es nun dazu?

Ende 2015 habe ich in Neuseeland mein jetzigen Freund kennengelernt – ein Süd-Inder der amerikanisiert wurde. 😉 Er brachte mir bei, nach indischer Art zu kochen, zumindest so gut, dass es nach einem indischem Gericht schmeckte. Gemeinsam haben wir dann unsere Speisen verfeinert und weiterentwickelt.
Das Masala, wie wir es zubereiten, besteht aus etwa 7 Grund-Gewürzen (wenn man Knoblauch als Gewürz dazu zählt). Wichtig ist neben der Gewürzmischung aber auch die Zubereitung an sich. Dazu gleich mehr.

Frisches Masala – was du zur Zubereitung brauchst

Masala Zutaten

  • einen halben Teelöffel Chili Pulver oder eine scharfe Chilischote (je nachdem wie scharf es sein darf)
  • einen Teelöffel Kreuzkümmel (Achtung, hierbei handelt es sich um Cumin, nicht um unseren Kümmel, den wir hierzulande gewohnt sind)
  • eine Zimtstange bzw. 2-3 Teile einer Zimtstange
  • einige Senfkörner (etwa ein viertel Teelöffel)
  • 1-2 Tomaten (je mehr verschiedenes Gemüse das Gericht hat, desto weniger Tomaten kannst du nehmen)
  • eine große Zwiebel oder zwei kleine Zwiebeln
  • eine große Knoblauchzehe
  • eine Handvoll frischer Koriander (Koriander Pulver geht auch)

Zudem kannst du bspw. noch einen viertel Teelöffel getrocknete Kardamomsamen, etwas frischen Ingwer (max. eine Daumenspitze)oder Fenchelsamen hinzugeben. Alle drei Gewürze sorgen für einen eher süßlicheren Geschmack. Probiere es dir aus. Sei aber eher sparsam, da diese drei Gewürze besonders extreme Geschmacksnoten besitzen.
Du kannst dein Masala nach und nach für deinen Geschmack hin anpassen.

Frisches Masala – die Zubereitung macht die Musik bzw. das Gericht

Zunächst Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch und den frischen Koriander klein hacken.

Masala zubereiten - Zwiebeln und Co klein hacken

Beim Masala ist es sehr wichtig, dass die einzelnen Gewürze ihr Aroma entfalten können ohne es zu verlieren. Jedes Gewürz wird nach und nach dazu gegeben, nicht alles auf einmal.

Lass dafür einen Teelöffel Rapsöl oder einen halben Teelöffel Kokosöl in einer Pfanne auf voller Temperatur heiß werden.
Setze die Temperatur auf mittlere bis niedrige Stufe. Gebe nun den Kreuzkümmel hinzu und lasse ihn etwa eine halbe Minute knacken.

Masala zubereiten - Cumin und Senfkörner anbraten

Gebe nun die Senfkörner hinzu und vermische sie mit den Kreuzkümmel. An dieser Stell kannst du dann auch die anderen genannten Gewürze (wie Ingwer, Kardamom, Fenchel) hinzugeben. Nach insgesamt etwa einer Minuten gibst du die Zwiebeln hinzu und vermischt sie mit den anderen Gewürzen.

Masala zubereiten - Zwiebeln und anbraten
Nach etwa einer halben Minute gibst du das Tumeric (Kurkuma) hinzu und vermischt es, nach einer weiteren halben Minute das Chili Pulver oder die Chili Samen. Nun kannst du auch den Knoblauch und die Zimtstange nach und nach hinzugeben.

Masala zubereiten - Tumeric anbraten
Nachdem alle Gewürze gut durchgezogen sind (etwa eine Minute), gibst du die Tomaten hinzu und mischt sie unter. Diese sorgen nun für die nötige Flüssigkeit – also die Soße. Sollte es zu trocken sein, kannst du auch noch Wasser hinzugeben.

Masala zubereiten - Tomaten und Wasser

Wenn du Koriander Pulver nutzt, gebe es vor den Tomaten hinzu und lasse es kurz einziehen.

Wenn du frischen Koriander verwendest, kommt dieser erst zum Schluss, vor dem Servieren hinein und wird kurz mit aufgekocht. Es ist also kein eigentlicher Bestandteil des Masala, ist aber dennoch ein starkes Gewürz für den extra Geschmack.

Masala ist mein A und O

Mittlerweile koche ich 2-3 Mal indisch pro Woche. Und dabei verwende ich immer das oben beschriebene Masala als Grundgeschmack.

Das Gute an der Zubereitung von indischen Speisen ist nämlich, dass sie oft keine all zu lange Zubereitungszeit benötigen, wie das oft angenommen wird. Und dennoch sind sie extrem lecker und gesund.
Das Masala selbst ist schnell gemacht, zwischenzeitlich kannst du beispielsweise das Gemüse (Kartoffeln, Blumenkohl, Grünkohl, Spinat etc.) in einem separaten Topf auf- und weichkochen und dann zum Schluss zum Masala hinzugeben und alles nochmal auf niedriger Stufe für einige Minuten köcheln lassen. So vermengt sich da Masala mit dem Gemüse und wird oftmals zu einen einheitlichen homogenen Masse.

Masala mit Gemüse vermischen
Das Masala mit dem Gemüse oder Linsen vermischen

Wenn du gern Fleisch wie Lamm oder Hähnchenbruststücke mit kochen möchtest, kannst du dies nach der Fertigstellung des Masala hinzugeben und kochen lassen. Fleisch wird in indischen Gerichten oftmals nicht gebraten, sondern gekocht.

Extra Tipp: Tumeric kannst du auch gut verwenden, wenn du erkältetest bist oder dich allgemein Energielos fühlst. Einfach einen halben Teelöffel Tumeric in einem Glas heißem Wasser einrühren, etwas abkühlen lassen und trinken. Schmeckt nicht besonders gut, wirkt aber Wunder!

Und nun wünsche ich dir viel Spass beim Kochen! 🙂

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